Gibt es ein Alter, ab dem man offiziell zur älteren Generation zählt? Nein: Eine einheitliche Definition gibt es in Deutschland nicht. Häufig wird das 60. Lebensjahr als "Eintrittsdatum" gesehen. Der Internationale Tag der älteren Generationen (2. April) macht auf die unterschiedlichen Lebensrealitäten von älteren Menschen aufmerksam.
Während einige direkt mit Renteneintrittsalter in den Ruhestand gehen, arbeiten mehr als 1,3 Millionen Senioren*Seniorinnen weiter. Einige, um soziale Kontakte zu pflegen oder aus Leidenschaft zu ihrem Beruf; viele aus finanzieller Not – besonders Frauen. Viele Senioren*Seniorinnen leben selbstständig. Andere sind früh auf Hilfe angewiesen und werden zu Hause oder in einer Pflegeeinrichtung betreut.
Internationaler Bund: Altern ist kein Defizit, sondern eine Kompetenz
Der Internationale Bund (IB) setzt sich im Sinne seines Leitsatzes „Menschsein stärken“ für die Anerkennung all dieser vielfältigen Bedürfnisse der älteren Generation ein. Das gilt für individuelle Pflegebedürfnisse, für die der freie Träger maßgeschneiderte Lösungen in seinen Einrichtungen sowie mobil bietet – genauso wie für Freizeitangebote.
Auch auf politischer Ebene engagiert sich der IB für die Interessen dieser Zielgruppe, denn Altersdiskriminierung ist ein gesellschaftlich relevantes Problem. Es kommt leider nur selten zur Sprache. Viele Vorurteile prägen das Bild von älteren Menschen in der Gesellschaft. Das führt oft zu Ausgrenzung und verringerter gesellschaftlicher Teilhabe, wie eine aktuelle Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes belegt.
Als Mitglied der Fachkommission Gesundheit und Pflege der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BASGO) setzt sich der Internationale Bund für eine dringend notwendige Pflegereform ein. Der IB unterstützt die Forderung der BASGO, dass der Bundestag Artikel 3 des Grundgesetzes um das Merkmal „Lebensalter“ erweitert und eine UN-Altenrechtskonvention umsetzt. Das würde helfen, Altersdiskriminierung abzubauen.
„Unsere Gesellschaft hat eine defizitäre Sicht auf das Alter. Wir brauchen dringend ein Umdenken. Ältere Menschen verfügen über wertvolle Lebenserfahrungen. Das ist eine Kompetenz, auf die wir nicht verzichten können. Es ist wichtig, die Bedürfnisse von Senioren*Seniorinnen anzuerkennen und das Älterwerden nicht auf negative Vorstellungen zu reduzieren. Als Arbeitgeber setzt der IB hier ein klares Zeichen: Mit einer Betriebsvereinbarung zur altersgerechten Arbeitsgestaltung engagieren wir uns aktiv gegen Altersdiskriminierung“, sagt Thiemo Fojkar, Vorstandsvorsitzender des IB.