Der Internationale Bund (IB) fordert die Politik auf, Regelschulen konsequent inklusiv weiterzuentwickeln. Nach Ansicht des freien Trägers werden Förderschulen nicht mehr benötigt, wenn alle Kinder und Jugendlichen – unabhängig von ihrem individuellen Unterstützungsbedarf – im Rahmen einer inklusiven Bildung an Regelschulen unterrichtet werden und dort volle Teilhabe erfahren. Dafür müssten die Erfahrungen, Kompetenzen und Ressourcen des Förderschulsystems in das Regelschulsystem übergeleitet werden. Der IB appelliert an die Verantwortlichen, diesen Prozess endlich konsequent zu befördern und umzusetzen.
Der Internationale Bund betreibt selbst eine Reihe von allgemeinbildenden und beruflichen Schulen. Als freier Träger der Jugend-, Sozial- und Bildungsarbeit unterstützt er einen Aufruf der Beauftragten für Menschen mit Behinderungen von Bund und Ländern. Diese betonen in ihrem gemeinsamen Papier, dass inklusive Bildung laut UN-Behindertenrechtskonvention ein Menschenrecht ist.
70 Prozent verließen 2020 die Förderschule ohne Hauptschulabschluss
Laut dem Bundesbeauftragten für Menschen mit Behinderungen verließen im Jahr 2020 mehr als 70 Prozent der Jugendlichen, die eine Förderschule besuchten, diese ohne Hauptschulabschluss. Das zeigt die dringende Notwendigkeit, das System grundlegend zu reformieren. Nur so lassen sich die Bedingungen für gute Bildungsabschlüsse als unverzichtbare Voraussetzung für eine später auskömmliche Erwerbsarbeit und ein möglichst selbstbestimmtes Leben signifikant verbessern.
„Das System von nebeneinander bestehenden Regel- und Förderschulen ist teuer und es bindet personelle Ressourcen durch parallele Verwaltungsstrukturen. Junge Menschen mit Behinderungen werden auf ihren Förderbedarf reduziert, ihre Stärken bleiben häufig unentdeckt. Daher fordern wir die Politik auf, Inklusion in der Bildung zu stärken, um Förderschulen stufenweise abschaffen zu können!“, so Thiemo Fojkar, Vorstandsvorsitzender des IB.